Stoppt den Raubbau für Palmöl

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Stoppt die Feuer! Von Natur aus entfachen sich in den Regenwäldern Indonesiens keine Waldbrände. Dennoch wird das Inselreich derzeit von verheerenden Feuern geplagt. Der Grund: die Gier nach Palmöl. Die Brände in Indonesiens Regenwäldern sind ein menschengemachtes Problem. Denn das jahrzehntelange Zerstören von Wäldern und Trockenlegen von Torfmooren durch die Plantagenindustrie hat Teile Indonesiens in eine gigantische Streichholzschachtel verwandelt. Dies hat nicht nur katastrophale Konsequenzen für Umwelt und Klima, sondern gefährdet auch die Menschen vor Ort: Schätzungen zufolge sterben über 100.000 Menschen jährlich an den Folgen der Luftverschmutzung. Riesige Mengen an CO2 durch die Feuer in den entwässerten Torfmooren entweichen in die Atmosphäre und heizen den Klimawandel weiter an. Greenpeace fordert daher von Indonesiens Präsidenten Joko Widodo und den Unternehmen entlang der Produktions- und Verarbeitungskette von Palmöl, der Feuerkrise in Indonesien endlich zu begegnen. Sie können die Zerstörung durch den Plantagensektor beenden, in dem sie umgehend einen Handelsstopp mit Unternehmen verhängen, die auf Kosten der Regenwälder und Torfmoore wirtschaften. Die verbliebenen Wälder und Torfmoore müssen endlich geschützt werden! REGENWALD IN GEFAHR Sumatra-Tiger, Nebelparder und Orang-Utan – Heimat dieser und vieler anderer Tierarten ist der indonesische Regenwald, drittgrößter tropischer Regenwald nach dem Amazonas und dem Kongo-Becken. Der wälderreiche Inselstaat beheimatet rund zehn bis 15 Prozent aller bekannten Arten an Pflanzen, Säugetieren und Vögeln. Davon sind laut IUCN 180 Säugetierarten vom Aussterben bedroht. Der Grund: Die industrielle Produktion von Palmöl und Zellstoff bedroht ihren Lebensraum, den Regenwald. Nicht nur für den Erhalt der Artenvielfalt müssen wir diese Wälder erhalten - sie sind als natürliche Kohlenstoff-Speicher auch unsere besten Verbündeten im Kampf gegen den Klimawandel. Dabei spielen Indonesiens Torfwälder eine besondere Rolle, denn sie speichern - in zehntausenden Jahren gewachsen - bedeutend mehr Kohlenstoff als andere Wälder. PALMÖL IST PROBLEMSTOFF Dennoch sind insbesondere tropische Regenwälder wie in Indonesien in großer Gefahr. Hunderttausende Hektar Regenwald werden pro Jahr allein in Indonesien zerstört, allein 150.000 Hektar nur für das Anlegen von Ölpalmplantagen. Damit ist die Palmölindustrie dort der größte Treiber der Entwaldung. Palmöl ist ein vielseitiger Rohstoff: Er steckt in Lebensmitteln wie Margarine und Schokolade, in Hygieneprodukten wie Shampoo und Bodylotion und als sogenannter "Bio"-Sprit sogar im Tank unserer Autos. Doch Palmöl ist auch ein Problemstoff: Für immer neue Palmölplantagen werden riesige Regenwaldgebiete zerstört und Torfmoore trockengelegt. Umso wichtiger ist es, die verbleibenden Regenwälder Indonesiens zu schützen und ihre Umwandlung in Plantagen sofort zu stoppen. ERSTE ZUSAGEN DER PALMÖLINDUSTRIE Es gibt erste gute Initiativen, die zeigen, dass Palmölproduktion ohne Regenwaldzerstörung möglich ist: Seit Februar 2011 haben sich einige Palmölerzeuger, darunter Golden Agri Resources, verpflichtet, keine weiteren Regenwälder in Ölpalmenplantagen umzuwandeln. Anfang Dezember 2013 hat der weltgrößte Palmölhändler, Wilmar International, erklärt, kein Palmöl mehr zu produzieren und zu handeln, das mit Regenwald- und Torfmoorzerstörung sowie Menschenrechtsverletzungen in Verbindung steht. Beide Zusagen folgten auf Druck von Greenpeace, anderen Umweltschutzverbänden und Verbrauchern weltweit. Sie haben das Potenzial, den Palmölmarkt zu transformieren und können für den Regenwald und die Menschen, die auf ihn angewiesen sind, von größter Bedeutung sein. ABNEHMER DES PALMÖLS ZIEHEN NACH Damit diese ersten Schritte zu wirklicher Veränderung und zum Schutz des Waldes führen, müssen auch die Abnehmer von Palmöl handeln: Sie müssen strenge Kriterien für die Palmölproduktion einfordern und Zulieferer mit zerstörerischen Geschäftspraktiken aus ihrer Lieferkette entfernen. Mehrere Firmen, darunter Nestlé, Ferrero, Unilever und Colgate Palmolive, haben sich bereits verpflichtet, ihre Einkaufspolitik zu ändern und Palmöl aus Regenwaldzerstörung aus ihren Lieferketten zu verbannen. Im April 2014 zog auch Konsumgüterhersteller Procter & Gamble als Reaktion auf wochenlangen öffentlichen Druck nach. Große Palmölabnehmer wie P&G können den Markt ändern und sich für die Produktion nachhaltigen Palmöls einsetzen. Die Verpflichtungen der Unternehmen senden ein wichtiges Signal an die Palmölindustrie, ihre Geschäfte nicht länger auf Kosten des Regenwaldes zu machen. Greenpeace erwartet jedoch, dass die Unternehmen ihre Zusagen ambitionierter und zügiger als geplant umsetzen. Die Regenwälder brauchen sofortigen Schutz.

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